Häufig gestellte Fragen

1. Wann wird ein Nachlasspfleger bestellt?

Die Bestellung eines Nachlasspflegers erfolgt grundsätlich dann, wenn die Erben eine Erbschaft noch nicht angenommen haben oder Erben unbekannt sind und ein Sicherungsbedürfnis besteht. Existiert eine Hinterlassenschaft des Erblassers, die geschützt werden muss, wird dieses durch die Bestellung eines Nachlasspflegers, der als gesetzlicher Vertreter der unbekannten Erben handelt, erreicht. Weiter ist die Verwaltung des Nachlasses gewährleistet. Das bedeutet, dass z.B. ein Mietverhältnis gekündigt wird, Konten gesperrt werden, Versicherungen ermittelt werden, Immobilien versorgt werden, die Eröffnung einer Nachlassinsolvenz beantragt wird, usw.. Das Ziel liegt in der Erhaltung des Nachlasses und darin den Nachlass vor unbefugten Zugriffen Dritter zu schützen. 


2. Ich bin Erbe geworden und möchte die Nachlasssache aus bestimmten Gründen nicht selber abwickeln, kann ich auch einen Nachlasspfleger bestellen?

Einen Nachlasspfleger kann nur das Nachlassgericht unter bestimmten Voraussetzungen bestellen. Sind mehrere z.B. streitende Erben vorhanden, können diese beim zuständigen Gericht die Anordnung einer Nachlasspflegschaft beantragen. Als Erbe/n haben Sie jedoch auch die Möglichkeit einem Dritten außergerichtlich eine Vollmacht mit der Aufgabe der Nachlassabwicklung zu erteilen. Wie die Abwicklung der Nachlassangelegenheit aussehen kann, wird für jeden Fall individuell und persönlich besprochen. Gerne übernehme ich die Abwicklung für Sie und stehe Ihnen zur Seite. 


3. Warum erhalte ich vom Nachlasspfleger in der Regel keine telefonische Auskunft?

Der Nachlasspfleger unterliegt der Schweigepflicht. Wer Auskunft über das Vermögen des Erblassers wünscht, Fragen zu offenen Forderungen hat oder sonstige Angelegenheiten zu klären wünscht, muss hierzu eine Berechtigung nachweisen. Daher wird um Verständnis gebeten, dass eine telefonische Auskunftserteilung in der Regel nicht erfolgt. Anmeldungen der Forderungen und weitere Auskunfsbegehren sind daher bitte schriftlich einzureichen. Nachweise sind zunächst in Kopie beizufügen.


4. Die Erben werden noch ermittelt und stehen daher nicht zweifelsfrei fest. Darf der Nachlasspfleger einen bereits bekannten Erben dennoch zur Herausgabe der Nachlassgegenstände auffordern?

Wenn ein Schutzbedürfnis der anderen noch unbekannten Erben besteht, darf der Nachlasspfleger die Herausgabe verlagen und damit gegen einen späteren Erben vorgehen.


5. Welche Stellung hat der Nachlasspfleger gegenüber den Erben?

Der Nachlasspfleger ist der gesetzliche Vertreter des Erben, sein Erfüllungsgehilfe gem. § 278 BGB und steht dem Erben damit "zur Seite". Seine Vertretungsmacht verdrändt weder die rechtliche Handlungsbefugnis des Erben selbst noch schränkt es diese ein.  


6. Wie lange ist der Nachlasspfleger tätig? Wann kann mit dem Abschluss der Nachlassabwicklung gerechnet werden?

Die Ermittlungsdauer des Nachlasspflegers hängt davon ab, was das Nachlassgericht bereits in einen Ermittlungen herausgefunden hat und welche Unterlagen oder Ansprechpersonen dem Nachlasspfleger zur Verfügung stehen. Das Ermittlungsverfahren benötigt in der Regel einen Zeitrahmne von etwa 3 - 6 Monaten. Erst mit Abschluss der Ermittlungen kann der Nachlasspfleger entscheiden, wie das Verfahren weiterläuft, und damit, ob Forderungen beglichen werden können oder ein Antrag auf Eröffnung einer Nachlassinsolvenz erforderlich ist. Jede Nachlasssache ist individuell. Die Tätigkeitsdauer eines Nachlasspflegers hängt also grundsätzlich davon ab, was zu tun ist. Sind zum Bsp. Grundstücke, Fahrzeuge, Firmen, Sammlungen vorhanden, sind Erben zu ermitteln, ist die Verhandlung mit zahlreichen Gläubigern erforderlich? So kann mit einer entsprechend längeren Bearbeitungszeit gerechnet werden. Die Bearbeitung einer Nachlassangelegenheit kann daher von eingen Monaten bis hin zu einigen Jahren in Anspruch nehmen.